Mittwoch, 17 August 2011 08:53

Super Formation Soccer II

Written by Christian

bewertungskasten_superformationsoccerII_ohne_sternChristianSuper_Formation_Soccer_II.004png_thumbAls Super Soccer (so der westliche Name der in Japan als Super Formation Soccer bekannten Fuppes-Reihe) im Jahre 1992 quasi als Release Titel mit dem SNES in Deutschland auf den Markt gebracht wurde, eroberte es die Herzen der fußballbegeisterten 16 Bit-Fans wie im Sturm. Die (für die damalige Verhältnisse) einfach nur restlos sensationelle Mode7-Grafik sowie die unschlagbar gute Spielbarkeit vor allem im Zweispielermodus ließen Super Soccer schnell zum Vorzeigeobjekt seines Genres und zum gefeierten Klassiker einer ganzen Ära werden (der Rezensent berichtete).

Human Entertainment entwickelte aufgrund des Erfolgs des ersten Teils relativ schnell einen Nachfolger. Wirtschaftlich betrachtet sicher eine nachvollziehbare Entscheidung. Mir völlig unerklärlich ist aber die Tatsache, dass Super Formation Soccer II weder den Weg nach Europa, noch in die vereinigten Staaten gefunden hat.  Das Spiel wurde (trotz der guten Verkaufszahlen des Vorgängers im Westen) exklusiv für japanische Bolzfans veröffentlicht. Eigentlich schade, denn auf dem Modul lachen einen zwei Kicker im deutschen Dreß an.

Super_Formation_Soccer_II.087png_thumbSuper Formation Soccer 2 geht konsequent den Weg seines Vorgängers. Die Verbesserungen sind eher im Detail zu suchen. Die verwendete Grafikengine ist noch die gleiche wie bei Teil 1, auch die Spielmodi sind dieselben: Einem Einzelspiel kann man ebenso frönen wie einem Turnier, bei dem man nacheinander gegen alle anderen Mannschaften des Moduls antritt. Da es wie beim Vorgänger wieder 16 Teams gibt, stehen dem Spieler hier also 15 Spiele bevor. Geändert hat sich allerdings die Mannschaftszusammensetzung. Irland, Jugoslawien und Uruguay mussten irgendwie die Segel streichen, neu dazugekommen sind in Teil 2 hingegen Spanien, Schweden und Dänemark. Neu ist ebenfalls die Möglichkeit, mit einem Allstar-Team zu spielen. Diese Option, die im Exhibition-Modus schon von vornherein anwählbar ist, erlaubt es dem Geneigten, selbst ein Team aus 16 Spielern zusammenzustellen. Hierbei dürft Ihr Euch frei nach Dolce Gusto aus dem gesamten SFS2-Datenfundus bedienen, sprich, aus 256 Spielern könnt Ihr Eure Toptruppe zusammenwürfeln. Hier gibt's dann doch eine Sprachbarriere; die Namen der Kicker sind nämlich in Japanisch verfasst.

Super_Formation_Soccer_II.020png_thumbÜberhaupt Sprachbarriere. Absolut nicht vorhanden ist die! Sämtliche Menüs sind einfach mal in Englisch geschrieben, sodass hier keine Verständigungsprobleme auftreten. Auf diesem Wege bekommt man selbst als PAL-Hinterwäldler die gesteigerte Optionsvielfalt von Super Formation Soccer 2 mit: Neben der Möglichkeit, während des Spiels Spielernummer oder -name einzublenden, bekommt man auch mal eben so mit, dass SFS2 einen kompletten Vierspielermodus bietet. Das hat sich im Test als Mordsgaudi herausgestellt. Was ist besser als Super Soccer zu zweit? SFS2 zu viert! Ein Riesending. Die nächste gravierende Neuerung die eingebaute Speicherbatterie. Passwörter muss man endlich nicht mehr notieren, nach jedem erfolgreichen Spiel im Tournament Modus kann man ganz bequem abspeichern. Auch zusammengestellte Allstar-Teams lassen sich natürlich direkt auf dem Modul sichern. Am bewährten Gameplay hat sich hingegen fast  gar nichts geändert. Sogar die Tastenbelegung ist noch identisch mit der von Super Soccer. Nach wie vor kann man Bälle anschneiden, heiter grätschen, flanken, köpfen, alles haargenau wie beim Vorgänger.

Super_Formation_Soccer_II.054png_thumbAllerdings sollte man sich schnellstens die manuelle Steuerung des Keepers (Y für kurzen Sprung, B für weiten Sprung) angewöhnen, da der eigene Keeper, wenn von der CPU gesteuert, bestenfalls als Fliegenfänger taugt. Da sind Debakel vorprogrammiert. Als weiteren Kritikpunkt muss man das Elfmeterschießen nennen. Die gegnerischen CPU-Keeper halten nahezu jeden Ball, während man selbst naturgemäß öfter mal das Nachsehen gegen die Schüsse des Computers hat. Hier hätte Human noch deutlich am Balancing schrauben müssen, wirklich Spaß macht das Elfmerschießen nur gegen menschliche Mitstreiter. Insgesamt aber spielt sich SFS2 deutlich forscher und auch etwas schwieriger als sein doch stellenweise recht einfacher Vorgänger. Technisch allerdings hinterläßt Super Formation Soccer 2 aufgrund der Grafikengine des Vorgängers einen deutlich weniger gelungenen Eindruck. An der Grafik hat sich fast überhaupt nichts getan. Bei einem direkten Nachfolger dürfte man das eigentlich schon erwarten, oder? Einzig die musikalische Untermalung kann streckenweise überzeugen, auch wurden im Vergleich zu Super Soccer ein paar Sprachsamples mehr eingebaut.

Fazit des Autors - Christian Die erste Fortsetzung des in Europa so erfolgreichen Titels überzeugt auf ganzer Linie. Während der Solospielermodus irgendwann doch an Luft verliert, entpuppt sich der Mehrspielermodus als wahre Bombe. Der Zweispielermodus allein ist mal wieder eine Gaudi, mit vier Spielern läuft das Game zur Hochform auf. Die Batterie tut ihr übriges zur Langzeitmotivation. Ankreiden muss man Human lediglich die völlig dämliche KI der eigenen Keeper und das verhunzte Elfmeterschießen. Ansonsten bietet Super Formation Soccer 2 ein gelungenes Rundumprogramm für den verwöhnten Fußballfan - wenngleich der Schwerpunkt hier deutlich auf Action liegt, denn Regeln wie z.B. Abseits kennt das Modul gar nicht erst. Es darf gebolzt werden, zumal das Game keinerlei Zusatzchips benutzt und demnach auf jedem Importadapter spielbar sein sollte.

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