Sonntag, 07 August 2011 15:17

Olympic Summer Games

Written by Spaghetti

bewertungskasten_olympic_summer_games_ohne_sternspaghettiOlympic_Summer_Games.085png_thumbAls eines der letzten Pal-Games kam anlässlich der 100. Olympischen Spiele in Atlanta das passende Game von Black Pearl, mit US Gold Sports als Publisher, auf den SNES-Markt. Olympic Summer Games ist ein typisches Spiel zu einer Olympiade, d.h. es ist wie z.B. bei Track & Field Eure Fingerfertigkeit gefragt und ihr müsst einen schnellen Rhythmus beim „Triggern“ besitzen. Zehn Disziplinen stehen zur Auswahl: 100 m, 110 m Hürden, Drei-, Weit-, Hoch- und Stabhochsprung, Speer- und Diskuswerfen sowie Bogen- und Tontaubenschießen.

Leider wird vor dem Start der einzelnen Disziplinen die jeweilige Steuerung nicht erläutert (Athlete Kings-Veteranen wissen, wovon ich spreche). Wer keine Anleitung zu diesem Game besitzt, hat deshalb schon einmal schlechte Karten, die meisten Disziplinen erfolgreich zu meistern. Wir haben es zu dritt ohne Anleitung gespielt und die Steuerung zu den einzelnen Wettkämpfen fanden wir nur per Glück heraus und beim nachträglichen Lesen des Handbuchs fand ich noch weitere Steuerungsfeinheiten, die ich vorher nicht kannte.

Olympic_Summer_Games.009png_thumbNach den – unerhöhrt langen – Titeleinblendungen habt ihr die Wahl zwischen dem Absolvieren einer ganzen Olympiade (Wettkampf), dem Training, dem Optionsmenü und der Anzeige der Olympischen Rekorde. Im Optionsmenü könnt Ihr den Schwierigkeitsgrad (leicht, mittel, schwierig) bestimmen, die Funktion Kopf-an-Kopf ein- oder ausschalten (bei On kämpfen menschliche Spieler gegeneinander beim 100 m Sprint und 110 m Hürden; bei Off tritt jeder menschliche Spieler separat gegen den Computer an) und die Musik und Soundeffekte testen. Beim Training könnt Ihr alle Disziplinen auswählen und einzeln trainieren. Im Wettkampfmodus müsst Ihr alle Disziplinen absolvieren und zwar in der eingags genannten Reihenfolge. Das Spiel unterstützt das Multitap, das heißt es können bis zu vier Personen an der Olympiade teilnehmen. Jeder Spieler übernimmt dabei einen Athleten, der einen Namen und eine Landeszugehörigkeit besitzt. Das Ziel ist es, am Schluss die meisten Medaillen zu besitzen, wobei natürlich die goldene Medaille die Wertvollste darstellt. So gesehen unterscheidet sich dieses Spiel von Titeln wie Winter Olympic Games oder Winter Gold im Prinzip kein Stück.

Olympic_Summer_Games.015png_thumbGrundsätzlich gilt, dass durch das abwechselnde Drücken der Tasten B und A die Spielfigur an Beschleunigung gewinnt. Mit der Taste OBEN auf dem Steuerkreuz springt man beim Hoch-, Drei- und Weitsprung. Beim Stabhochsprung muss rechtzeitig nach UNTEN für das Ansetzen des Stabs und dann sofort nach OBEN gedrückt werden. Mit Rechts bekommt der Spieler beim Stabhochsprung noch einen Extra-Schwung. Beim Speerwerfen muss während der Beschleunigung mittels A und B im markierten Dreieck die Taste RECHTS bestätigt werden und die Taste LINKS verhindert, dass der Spieler übertritt. Beim Diskuswerfen beschleunigt man wieder durch abwechselndes Drücken von A und B und sobald der Fuß des Spielers die Mittellinie erreicht, drückt man LINKS für die Winkelbestimmung und dann RECHTS zum Werfen des Diskus. Beim Bogenschießen spannt man mit B den Bogen, mit dem Steuerkreuz zielt man und die Taste A löst schließlich den Pfeil aus. Mit der Taste B startet man beim Tontaubenschießen den Abschuss der Tontaube, mittels Lenkung durch die Steuertasten visiert man diese an und drückt die Taste A für einen hoffentlich erfolgreichen Treffer.

Olympic_Summer_Games.002png_thumbDas war im Prinzip auch schon das gesamte Gameplay. Wie bei allen Spielen dieser Art zählen eigentlich nur Timing und Tempo. Die Steuerung funktioniert auch – sofern man sie kennt – grundsätzlich gut und schnell lassen sich die ersten Erfolgserlebnisse erzielen. Alle Disziplinen machen durchweg Spaß und die Steuerung variiert von Disziplin zu Disziplin und auch die Strategie für Bestleistungen wechselt. Bei gewissen Disziplinen gewinnt man sofort eine Medaille, bei anderen ist dies erheblich schwieriger (z.B. beim Speer- oder Diskuswerfen). Zu bemängeln ist indessen der geringe Umfang des Spiels; zwar dauert eine Olympiade mit drei menschlichen Spielern durchaus etwa 45 Minuten, aber das war es dann auch und man sieht den Abspann. Die Motivation alleine das Spiel mehrmals zu spielen ist gering, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Olympischen Rekorde oder Weltrekorde, die man erzielt, in Ermangelung einer Batterie nicht gespeichert werden. Mit mehreren Spielern kommt zwar Stimmung auf und man motiviert einander gegenseitig – oder auch nicht – zu Bestleistungen, aber nach ein paar Runden wird auch dies langweilig.

Olympic_Summer_Games.040png_thumbDie Grafik liefert ein ziemlich zwiespältiges Bild ab. Die Animationen der Athleten sind erste Sahne. Dafür ist die Umgebungsgrafik immer die gleiche und eher trist. Auch die Statisten im Spiel sind eher undynamisch, wenn man mal von Stretching betreibenden Athleten beim Hochsprung absieht. Auch dies fördert die Langweile in diesem Spiel, die spätestens nach zwei Stunden eintritt, weil das Spiel partout nichts Neues bietet. Die Musik ist, gelinde gesagt, fürchterlich, zwar ertönt anfangs der Sound recht frisch, aber es ist halt letztendlich immer der gleiche im ganzen Spiel – wenn auch mit gewissen Nuancen – und nach kürzester Zeit nervt er alle Beteiligten ganz gewaltig. Die Soundeffekte sind schlicht kläglich, insgesamt gibt es gerade nur sechs Soundeffekte im gesamten Spiel, nämlich der Startschuss der Pistole, wenn eine Hürde umgestoßen wird, wenn ein Versuch im Drei- oder Weitsprung fehlschlägt, das Einschlagen des Pfeil auf der Zielscheibe, der Abschuss der Tontaube und das Abschießen dieser. Das ist eindeutig zu wenig und fördert wie die Grafik und die geringe Auswahl der Disziplinen die Langweile in diesem Spiel, weil alles statisch und monoton wirkt.

Fazit des Autors - SpaghettiAls großer Fan von Track & Field auf dem NES freute ich mich auf dieses Spiel. Anfangs macht es auch großen Spaß, insbesondere mit mehreren menschlichen Spielern. Aber ziemlich schnell tritt Langweile ein, weil alles monoton und statisch wirkt. Die Grafik ist eher trist und ohne Abwechslung, die Musik ist nicht auszuhalten und Soundeffekte sind kaum vorhanden. Dazu kommt die geringe Auswahl an unterschiedlichen Disziplinen und die wenigen Spielmodi. Für Sportfans ist das Spiel für ein kurzes Spielchen zwischendurch und vor allem mit Gleichgesinnten geeignet. Die restlichen Spieler sollten die Finger von diesem Spiel lassen.

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