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 Es ist Montag morgen um 5 Uhr, die Sonne scheint und der Wecker dudelt vor sich hin. Ich öffne im Halbschlaf ein Auge, schiele auf den Wecker und denke mir: "Och, 5 Minuten kannst du ja noch schlafen", da das Wochenende wieder einmal anstrengend war. Erst um 5:12 Uhr schaffe ich es dann doch, aufzustehen und mache mich dann Abreise fertig, um pünktlich zehn vor sechs loszufahren. Es ist ja heute ein sehr wichtiger Tag für mich.
Heute muss ich zum zweiten Mal zum Zoll, weil dem Paket beim ersten mal keine Rechnung beilag und es sage und schreibe über fünf Tage gedauert hatte, bis mir die Rechnung nachträglich per Email zugesendet wurde. Nochmals peinlichst genau checken, ob ich nicht doch irgendwas vergessen habe... nein, alles klar und ab ins Auto, 60 km zur Arbeit. 45 Minuten später fahre ich bei der Tankstelle in der Nähe der Firma ran und tanke mein Auto wie jeden Montag voll. Um 7 Uhr gehts dann bis 15:30 Uhr an die Arbeit - immer mit einem schielenden Auge zur Uhr. Pünktlich genau gehts dann ins Auto und ab zum Zollamt, das von meiner Firma schlappe 80 km entfernt ist - nun gut, egal...
Ich warte ja nun schon lange auf die Sachen. Schließlich bin ich nach einer Stunde da und voller Vorfreude. Komme zum Glück auch gleich dran. Der Zollbeamte kommt mit einer Sackkarre an und zusammen hieven wir das ca. 22 kg schwere Paket hoch auf den Tisch. OK, für mich ist das ja nichts Schweres, aber ihr kennt ja die armen Beamten: Die haben es ja mit dem Rücken. Jedes kleines Päckchen wird geöffnet und kontrolliert, für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen, für den Zollbeamten eher ein Alptraum. Zwischendurch kommt die Frage, ob ich ein Händler wäre oder diese Waren verkaufen würde? Ich ganz gelassen: "Nee, das ist für meine Sammlung und ab und an mach ich mal Zockerpartys. Deswegen brauche ich von diesen Adaptern auch mehrere". Der Zollbeamte macht ein komisches Gesicht, schaut dann weiter auf die Liste und vergleicht die Sachen damit.
Sage und schreibe 45 Minuten später wir haben es schon 17:15 Uhr und sind mit dem Auspacken des Pakets und dem Vergleichen mit der Rechnung fertig. Nun kommt die Frage, was denn mit den Versandkosten wäre? Diese sind auf der Rechnung nicht aufgelistet, auch aus dem Grunde, weil ich ja sonst nie Zollgebühren auf den Versand bezahle. Nun sagt der Beamte: "Entweder Sie wissen genau, wie hoch die Versandkosten sind oder Sie müssen nochmal nach Hause und bringen eine erneute Email mit den Versandkosten mit." Oh nein, das kann doch nicht wahr sein, alles umsonst? Plötzlich fällt mir doch noch zum Glück in Bruchteilen einer Sekunde ein, dass die Versandkosten bei 228 US-Dollar lagen. Der Zollbeamte sagt: "Dann geben Sie mir das schriftlich und seien sie sich gewiss, wenn es nicht stimmt, kann das Maßnahmen mit sich führen." Ich denke mir 'in welchem Film bin ich hier denn gelandet?' Nun gut, ich nehme dann im Wartebereich Platz und warte und warte und lese eine Zeitschrift nach der anderen...  Kurz vor 18 Uhr soll ich zum Schalter 3 kommen. Ich eile flotten Schrittes zum Schalter um den Zoll zu bezahlen der ja maximal 15 € und halt die 5 Tage Lagergebühr von schlappen 5,50 € kosten sollte - nach meiner Rechnung. Der Beamte an der Kasse sagt dann es wären knapp 50 € , ich schaue in meiner Brieftasche und guckte verdutzt und - FUCK! Hätte ich mal heute morgen nicht getankt, es sind nur noch lausige 20 € drinnen. Nachdem mir der Beamte den Weg zur nächsten Bank erklärt hat, mache ich mich auch umgehend auf dem Weg zur selbigen und hebe dann gleich das Geld für den ganzen Monat ab, was ich halt zum Leben so brauche.
17 Minuten später bin ich dann wieder beim Zollamt; gut, dass das Amt ja bis 19 Uhr auf hat. Nun will ich aber wissen, wieso das denn jetzt auf einmal so teuer wäre. Er erzählt mir, dass das dieses Jahr auch auf den Versand die vollen 19% Mehrwertsteuer gezahlt werden. Na super, und schon wieder zockt Vater Staat mir mehr Geld aus dem Portemonnaie. Allmählich breitet sich der Hunger und die Müdigkeit stark in mir aus. Ich nehme dann endlich das Paket und schleppte es Richtung Auto, die 100 Meter kommen mir dank dem Hungergefühl und der Hitze von 30°C wie 10 km vor.
Rein ins Auto, vollgeschwitzt und die Klimaanlage ein. Nein, Mist... ich hab ja keine. 18:45 Uhr - endlich bin ich vor dem Treppenhaus und muss noch das Paket in den zweiten Stock tragen, was mir vorkommt, als wäre dort ein Elefant drin. Völlig entkräftet stelle ich es in die Wohnung in einer Ecke und gehe unter die Dusche, nach dem Essen und einigen Telefonaten ist es dann doch schon zu spät, weil ich ja leider wieder um 5 Uhr hoch muss.
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