Prince of Persia Drucken E-Mail

Geschrieben von: Rune   
Freitag, den 11. November 2011 um 06:28 Uhr

bewertungskasten_prince_of_persia_ohne_sternRunePrince_of_Persia.002png_thumbIch kann mir gar nicht mehr ausmalen, auf wie vielen verschiedenen Spielsystemen der „Prince of Persia“ seit den 80ern bereits erschienen ist. Vermutlich auf allen. Ursprünglich wurde Prince of Persia für den PC entwickelt, bekam dann aber auf Grund seines durchschlagenden Erfolgs diverse Ports spendiert. Jedoch, die qualitativen Unterschiede bezüglich der einzelnen Fassungen waren total verschieden. Von „extrem schlecht“ bis hin zu „exzellent“ dürfte alles dabei gewesen sein. Die SNES-Version, die ich jetzt anspreche, gehört zweifellos zu den besseren Versionen.

Die Hintergrundgeschichte ist simpel, tut aber ihren Zweck: Wir schlüpfen in die Rolle eines jungen Prinzen. Dessen Geliebte, die Prinzessin, wurde von den Schergen des finsteren Großwesirs entführt und von diesem nun vor ein Ultimatum gestellt. Zwei Stunden habe sie Zeit ihn zu heiraten, andernfalls müsse sie sterben. Diese Zeit läuft bei Prince of Persia in Echtzeit ab. Auch wir wurden eingesperrt, doch was der Großwesir nicht weiß: Wir konnten entkommen. Ziel ist nun, das Spiel rechtzeitig durchzuspielen und die Prinzessin zu retten.

Prince_of_Persia.108png_thumbMan könnte Prince of Persia wohl ein Jump'n'Run nennen. Oder einen Platformer, oder vielleicht gar ein Adventure. Der Schwierigkeitsgrad ist jedenfalls alles andere als ein Kinderspiel, ganz im Gegenteil, Anfänger und Gelegenheitszocker werden sich schon nach sehr kurzer Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit die Zähne zusammenbeißen. DiePC-Version war schon schwer, doch die SNES-Version ist zehnfach schwerer! Während wir uns nun also durch ein riesiges Labyrinth begeben und springen, stellen sich uns regelmäßig zahlreiche Untertanen des bösen Großwesirs in den Weg. Diese um die Ecke zu bringen, ohne selber größeren Schaden zu erleiden, erweist sich als sehr herausfordernde und nicht selten schwierige Angelegenheit. Ansonsten bekommt es der Prinz mit bockschweren Sprungpassagen oder Stachelfallen zu tun. Besonders lästig ist dabei wie schon gesagt der permanente Zeitdruck, denn schafft man es nicht innerhalb zwei Stunden die 20 Level zu absolvieren, sämtliche Gegner auszuschalten und die Prinzessin zu befreien, war alles umsonst. Ein gewisses Maß an Bereitschaft, Teile des Spiels auswendig zu lernen, sollte es euch nicht mangeln.

Prince_of_Persia.113png_thumbSomit ist es quasi Grundvoraussetzung, dass man sich in diesem fordernden Abenteuer nicht nur besonders flink und ausdauernd erweist, sondern zudem gute Nerven besitzt, um tatsächlich rechtzeitig zum entscheidenden Kampf dem bitterbösen Initiator jener hundsgemeinen Entführung gegenüberstehen zu können. Bisweilen dauert es noch ein Weilchen, bis man sich in den ellenlangen labyrinthartigen Gängen nicht mehr hoffnungslos verirrt. Damit es nicht zu eintönig wird, peppen einige Zwischen- und Bossgegner den Spielverlauf auf. Die Steuerung der SNES-Version von „Prince of Persia“ wurde dabei gut gelöst, pixelgenau landet unser Prinz ganz präzise dort, wo man ihn hinhaben möchte. Auch die Auseinandersetzungen mit den zahlreichen Feinden verläuft von der Spieltechnik her reibungslos. An unterschiedlichen Feinden wurde zum Glück nicht gespart, ab und an sind sogar humoristische Momente anzumerken, speziell bei den Zwischengegnern beispielsweise. Schließlich kann auch über den Spielumfang - trotz begrenzten Zeitlimits - nicht gemeckert werden; die Level wurden zum Teil stark gestreckt. Diese SNES-Version erschien mir als die bis dato umfangreichste.

Prince_of_Persia.172png_thumbMeiner Meinung nach beinhaltet das Spiel eine gute Grafik. Schöne Farben, tolle Lichteffekte, dunkle Hintergründe und für damalige Verhältnisse gelungene Animationen sorgen für eine hervoragende Spielatmosphäre, allerdings hätte man den Helden ein wenig größer darstellen können. Die SNES-Version kommt übrigens völlig ohne Blut aus, was etwas merkwürdig anmutet wenn man bedenkt, dass der Held in Prince of Persia von Stacheln aufgespießt, in zwei Hälften zerschnitten oder von Kettensägen zerfetzt werden kann. Konami wollten wohl irgendwie keinen Anstoß bei Nintendo erregen... Leider geht dadurch ein Großteil der gruseligen Atmosphäre verloren, wie sie der PC-Version noch inne war. Die unterschiedlichen Levelabschnitte sind aber alle sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Doch nicht nur grafisch, auch akustisch wird etwas geboten. Die Hintergrundmelodien passen gut zum jeweiligen Spielgeschehen. Zudem geht der Sound nicht schon nach einer gewissen Zeit auf die Nerven wie in gewissen anderen Spielen. Der Sound sorgt somit insgesamt in Verbindung mit der sauberen Optik für ein rundum angenehmes Spielgefühl.

Fazit des Autors - Rune

Sowohl hinsichtlich der Spieltechnik, dem Spielumfang und der Präsentation kann sich Prinz of Persia durchaus sehen lassen. Wer den nicht gerade geringen Anforderungen trotzen kann, wird als Solospieler mit entsprechenden Passwörtern bei der Stange gehalten, leider ist hier aber kein Zweispielermodus vorhanden. Ich kann diesen Teil nur zu Herzen legen, für diejenigen die gewisse Abwechslung suchen und sich mit dem Spiel messen können.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. November 2011 um 06:28 Uhr