Blackhawk Drucken E-Mail

Geschrieben von: Christian   
Sonntag, den 20. März 2011 um 14:35 Uhr

bewertungskasten_blackhawk_ohne_sternBlackHawk.011png_thumbStonefist war lange Zeit ein ruhiges Fleckchen. Seit tausenden von Jahren, um genau zu sein. In etwa so lange regiert nämlich bereits ein weises Königsgeschlecht das größte Reich auf dem Planeten Tuul. Zur Königsfamilie gehört auch der kleine Kyle, Nachkomme des Königs höchstpersönlich. Eines Tages erhält Kyle von seinem Vater einen mysteriösen Leuchtstein und weil eben diesem nachgesagt wird, dass er einst ganz Tuul vor üblem Unheil bewahren werde, muss Kyle ihn fortan sicher verwahren. Doch dieser Stein weckt auch bei anderen, weniger sympathischen Individueen Begehrlichkeiten.

Nun ist es fast 20 Jahre her, dass Sarlac, ein finsterer Dämonenkönig, das Königreich Stonefist überfallen und seine Bewohner versklavt hat. Kyle ist kein kleiner Junge mehr, sondern ein stämmiger, mutiger, muskulöser Krieger - und Sarlac ist ganz schön auf den Leuchtstein scharf. Kyle läßt sich jedoch nicht in die Ecke drängen und geht in die Offensive: Er versucht als einziger Überlebender der Königsfamilie, das Volk von Stonefist zu befreien und den  dunklenImperator Sarlac ein für allemal auszuschalten.

BlackHawk.220png_thumbBevor es jedoch zum Kampf gegen Sarlac kommt, haben Euch die Designer von Blizzard vor jede Menge Schwierigkeiten in vier verschiedenen Levels gestellt. Blizzard? Die mit Warcraft? Genau die. Mitte der 90er machte die damals noch relativ unbekannte Programmiertruppe auf dem SNES mit Titeln wie Rock'n'Roll Racing und eben Blackhawk auf sich aufmerksam. Ihr beginnt das Spiel in den Minen, wo Sarlacs Schergen mit brutaler Hand über die versklavte Einwohnerschaft herrschen. In bester Flashback-Manier schleicht (oder "stealtht") Ihr Euch durch meist unterirdische 2D-Levels, immer auf der Hut vor bewaffneten Orks, grummigen Golems oder verräterischen Überläufern aus den eigenen Reihen. Da Eure Lebensenergie aber sehr begrenzt ist, solltet Ihr sparsam damit umgehen. Durch Drücken des Steuerkreuzes nach oben lehnt sich Kyle an die Wand und kann auf diese Weise gegnerischen Salven ausweichen. Er selbst hat nur eine Schrotflinte (später ein MG; beide mit unendlich Schuss) und ab und an einige Bomben zur Verteidigung. Aber nicht nur die Gegnerschar macht Euch das Leben schwer, auch die Umgebung ist alles andere als freundlich.

BlackHawk.555png_thumbFleischfressende Pflanzen, gähnend tiefe Abgründe, elektrisch geladene Türen und sonstige Gemeinheiten machen Euch das Heldenleben schwer. Dagegen hilft nur besonnenes und taktisches Vorgehen. In den Levels trefft Ihr auf zahlreiche Versklavte Eures Volkes, die bei einem Schwätzchen schon mal Items oder hilfreiche Informationen springen lassen. Das ist auch bitter nötig, denn der Spielverlauf ist großzügig gespickt mit einer Menge Kopfnüssen: Wie kommen ich an den hohen Vorsprung heran? Wie komme ich auf die andere Seite der Schlucht? Muss ich da überhaupt hin? Und wenn ja, wie komme ich im Zweifelsfall wieder zurück? Wie kriege ich die Übermacht an Gegnern clever beseitigt, ohne selbst draufzugehen? Überlegtes und geplantes Vorgehen ist bei Blackhawk extrem wichtig. Allerdings ist das Gameplay nicht nur beschränkt auf Ballern und Leute ansprechen. Es wird geklettert und gesprungen, gerannt, gerollt, geduckt und ausgewichen. Fallen müssen entschärft und Brücken gebastelt werden. Versteckte Schlüssel müssen aufgestöbert und Aufzüge aktiviert werden. Kyles Mission ist gespickt mit vielen, kleinen Rätseln, die Euch nicht überfordern, aber dennoch die Spannung und den Spaßfaktor zusätzlich nach oben treiben.

BlackHawk.426png_thumbTechnisch werdet Ihr dabei unterstützt von einer großartigen akustischen Untermalung. Die stets düstere Umgebung wird beeindruckend in Szene gesetzt und profitiert atmosphärisch von knackigen Soundeffekten und kurzen, aber bedrohlichen Musiken. So spartanisch die Sounds auch eingesetzt werden, so extrem ist ihre Wirkung auf die Stimmung des Spielers. Die Grafik steht dem in nichts nach: Fantastische Animationen und die allgemein beklemmende Grafik lassen Euch im Zusammenspiel mit dem geschickten Einsatz der Klänge vom ersten Moment an nicht los. Die Steuerung reagiert verzögerungsfrei, ist relativ intuitiv geht nach kurzer Eingewöhnungszeit (und dank eines Tutorials) locker von der Hand. Auch die Levels sind logisch aufgebaut: Die stärksten Waffen bringen Euch nicht wirklich extreme Vorteile, da mit der Stärke Eurer Ausstattung auch die Widerstandsfähigkeit der Gegner steigt. Damit Eure Fortschritte nicht verloren gehen, gibts nach jedem Abschnitt  übrigens ein vierstelliges Passwort. Blackhawk ist folglich ein forderndes, jedoch überaus sorgfältig ausbalanciertes und daher faires Action-Adventure.

Fazit des Autors - ChristianBlackhawk ist eines der besten Spiele für die SNES-Konsole und mit eines der spannendsten und athmosphärischsten. Zwar fühlt man sich an Prince of Persia oder eben Flashback erinnert, aber die vor Spannung knisternde Umgebung und das packende Leveldesign lassen alle Zweifel entschwinden. Das Spiel ist wie ein gut designter Thriller, es zieht den Spieler sofort in seinen Bann. Das sehr gute Gameplay in Verbindung mit den vielen strategischen Elementen macht es zu einem absoluten Geheimtipp, zu einem Action-Adventure, das man am liebsten nachts spielen möchte - in einem dunklen Raum, wenn es draußen knackig kalt ist oder sogar stürmt. Dank des Passworts kann die Konsole auch mal ausgeschaltet werden - also rundherum ein sehr empfehlenswerter Titel für Menschen, die es gerne mal ruhiger angehen lassen und sich zu den Genießern zählen.

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. März 2011 um 00:18 Uhr