Wer kennt ihn nicht? Jimmy Connors ist einer der besten Tennisspieler überhaupt. Monatelang war er die Nummer Eins. Auf dem SNES gibt es sogar ein Spiel, das nach ihm benannt ist. Der Jimmy Connors von heute heißt Roger Federer, welcher ebenso Cover gewisser Spiele ziert. Weit weg von solch großen Namen gab es in der Anfangszeit des SNES ein weiteres Tennisspiel, das mit Jimmy Connors Pro Tennis Tour konkurrierte. Hier spielt Amy gegen Nancy, Steve gegen Matt, gar John gegen Lisa. Super Tennis protzt nicht mit großen Namen, ist aber dennoch einen Blick wert.
Ihr könnt zu zweit spielen oder gegen einen Computer. Dabei wählt ihr, wie viele Sätze ihr spielen möchtet. Entweder gewinnt der Spieler, der zuerst einen Satz gewinnt, oder es geht der Spieler siegreich vom Feld, der zuerst zwei oder gar drei Sätze gewinnt. Dabei werden stets alle Regeln des Tennis beachtet. Der Ball beim Aufschlag muss ins gegenüberliegende Viereck treffen, er darf in einer Hälfte maximal einmal zu Boden kommen, den Satz gewinnt derjenige mit sechs Punkten etc. Es ist im übrigen auch ein Doppel möglich.
In Super Tennis könnt ihr eure Spielfigur aus insgesamt zwanzig verschiedenen, fiktiven Tennisspielern auswählen, es gibt zehn Frauen und zehn Männer. Spielerisch unterscheiden sich diese jedoch in keiner Weise. Es handelt sich somit lediglich um eine ästhetische Wahl, wobei anzumerken ist, dass einige Figuren äußerst merkwürdig anmuten. Spielt ihr nur zum Spaß, kann auch Mann gegen Frau antreten. Möchtet ihr hingegen den realistischer angehauchten Turniermodus starten, müsst ihr euch zwischen Männer- oder Frauentennis entscheiden. Habt ihr diesbezüglich eure Wahl getroffen, startet das Spiel und ihr könnt insgesamt acht Turniere bestreiten, je vier kleine und vier große. Ihr könnt auch Turniere auslassen, doch geben gewonnene Matches begehrte Punkte für die Weltrangliste. Pro Turnier stehen jeweils vier Spiele an, wobei die ersten beiden lediglich Ein-Satz-Matches sind. Bei kleinen Turnieren ist dies auch im dritten Spiel noch der Fall, während ihr bei größeren Turnieren bis zu drei Sätze spielen müsst. Im Final müsst ihr sodann zwei beziehungsweise drei Sätze gewinnen, bevor ihr euch dann schlussendlich Tennis-Champion nennen dürft.
Die Figur wird mit dem Steuerkreuz bewegt. Dieses dient ebenfalls dazu, um die Flugrichtung des Balles zu bestimmen. Mit L/R gebt ihr dem Ball den gewissen Drall, mit dem Y-Button lobt ihr, mit B und A wird ein harter bzw. ein leichter Volley geschlagen und mit dem X-Knopf führt ihr einen Top Spin aus. Dies erlaubt ein variantenreiches Tennis, so dass man vom Gameplay schnell mitgerissen wird. Leider merkt man aber schnell, dass das eigene Können nicht genutzt werden muss. Hat man einmal den Dreh raus, fetzt man seine Gegner mit links vom Platz. Ein Top Spin als Antwort auf den Aufschlag reicht meistens zum Punktegewinn. Befindet sich euer Gegner nicht in den Top fünf der Weltrangliste, bringt ihr euer Aufschlagspiel mit der richtigen Taktik locker zu Null durch. Es kommt nicht selten vor, dass man pro Satz zwölf Asse schlägt. Einzelspieler werden wegen der miesen KI nur kurz Freude an Super Tennis haben, so dass dieses Spiel primär im Multiplayer-Modus punktet. Tragisch ist in diesem Zusammenhang, dass auf Grund des frühen Releases das Multitap nicht unterstützt wird. Ein Doppel zu viert hätte aus Super Tennis einen Alltime-Klassiker gemacht.
Musikalisch wird das Geschehen auf dem Platz gar nicht untermalt. Nur wenn die Seiten gewechselt werden, klingen einige Töne aus den Boxen. Allerdings vermögen die Soundeffekte zu überzeugen. Die Aufpraller der Bälle klingen realistisch und der Sprecher meldet zumindest die Faults beim Aufschlag und die Outs an. Bei jedem Punktgewinn applaudiert das Publikum. Das kann bei schnellen Spielen, so etwa, wenn man vier Asse nacheinander schlägt, gehörig auf die Nerven gehen. Grafisch bietet Super Tennis nicht viel, was aber an dessen Alter liegt. Es war eines der ersten Games für das SNES. Allerdings variieren die Animationen ein wenig. Nicht jeder Schlag sieht gleich aus. Verliert jemand nacheinander, kann er ausrasten, was z.b. mit einem Schlag und einem „Rats“ mit dem Racket untermalt wird. Gewinnt man einen langen Ballwechsel, sieht man, wie sich der Spieler freut. Das Publikum bewegt sich immer gleich und ist nur beim Punktegewinn zu sehen. Die Atmosphäre ist allerdings recht gut; man fühlt sich wie mitten in einem Centercourt. Dieser kann aus drei verschiedenen Belägen (Rasen-, Sand-, Hartplatz) bestehen, die sich spielerisch unterscheiden.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. August 2011 um 19:48 Uhr