Kirby's Ghost Trap (oder auf US-amerikanisch: Kirby's Avalanche) ist eine Umsetzung des bekannten Compile- Klassikers "Puyo Puyo". Das Spielprinzip des Knobeltitels ist simpel: Zwei zusammenhängende Blobs, kleine geleeartige Kügelchen, fallen mehr oder weniger schnell von oben in die Spielfläche. Das Paar kann gedreht und gewendet werden, bevor der Spieler es auf dem Boden plaziert. Wenn drei oder mehrere Blobs gleicher Farbe unmittelbar zusammenhängen, lösen die sich mit einem launigen Plopp auf und eventuell darüber befindliche Blobs fallen tiefer. Das Ganze nennt sich bei Big N "Geisterfallenspiel".
Nintendo kopierte das Spielprinzip des Sega-Titels nahezu 1:1 und strickte noch eine nette Rahmenhandlung hinzu: In Kirby's Heimatwelt ist das Geisterfallenspiel wahnsinnig angesagt und so macht er sich auf den Weg zum grossen Geisterfallenturnier. Auf dem Weg dorthin stellen sich ihm immer wieder Herausforderer in den Weg, die es in einer Partie des Geisterfallenspiels zu besiegen gilt - allesamt alte Bekannte aus früheren Kirby-Titeln.
Bis jetzt mutet das muntere Zerploppen von Blobs aber noch recht langweilig an. Nun kommt der eigentliche Clou des Ganzen: Dadurch, dass beim Zerplatzen einiger Blobs die darauf aufliegenden Blobs nachfallen, lassen sich Kettenreaktionen erzeugen. Je grösser und länger diese Kettenreaktion ausfällt, desto mehr "Blockier-Blobs" fallen dem Gegner in das Spielfeld. Ein kleines Tutorial zeigt, wie sich solche Kettenreaktionen relativ simpel aufbauen lassen. Die Möglichkeit, grosse Kettenreaktionen heranzuzüchten und den Gegner mit Blockaden zuzuhäufen, bringt dem Spiel die nötige Portion Gemeinheit.
Die CPU-Gegner entwickeln sich mit der Zeit zu echten Herausforderungen, sind sie selbst doch in höheren Levels durchaus in der Lage, Euer Spielfeld mit reichlich fiesen Kombinationen zuzuschütten und euch aus dem Wettbewerb zu kegeln. Dabei müssen es nicht spektakuläre und umständliche Kettenreaktionen sein: Eine einzige reicht schon, um 2-3 Blockier-Blobs zum Gegner zu schicken, die mit etwas Glück genau an die Stellen fallen, an denen er sie nun am wenigsten gebrauchen kann.
Und wie sollte es anders sein: Nichts ist so schön wie der Zweispielermodus. Wenn die CPU-Gegner nur noch als Sparringspartner taugen und man einen menschlichen Gegner gefunden hat, der sich mit dem Spiel ebenfalls etwas auskennt, dann steht bahnbrechenden Abenden nichts mehr im Wege. Ihr werdet euch gegenseitig verfluchen, ihr werdet zetern, hadern, wüten. Hier spielt Kirby's Ghost Trap seine eigentliche Stärke aus - und übertüncht damit gekonnt Schwächen im Design des Einspielermodus, bei dem die Motivationskurve allzu schnell absackt.