BioMetal Drucken E-Mail

Geschrieben von: Rune   
Sonntag, den 31. Juli 2011 um 23:32 Uhr

bewertungskasten_biometal_ohne_sternrunebiometalj009png_thumbEiner der weniger bekannten Titel seines Genres dürfte wohl BioMetal sein. Dieses Shoot'em Up wurde 1993 von dem japanischen Spielehersteller Athena mithilfe eines Construction-Kits, welches den Namen "Dezaemon" trägt, entwickelt. Eigentlich diente BioMetal nur als Demonstration für die Fähigkeiten des "Dezaemon" und sollte gar nicht auf dem Spielemarkt erscheinen. Der Publisher Activision war von der Demonstration damals  allerdings dermaßen begeistert, dass man sich darauf einigte, das Spiel doch noch für ein offizielles Release fertigzustellen.

Zunächst vielleicht aber noch ein paar kurze Worte zu Dezaemon. Während BioMetal auch in den USA und in Europa veröffentlich wurde, blieb Dezaemon ein Japan-exklusiver Titel. Hierbei handelt es sich, wie schon gesagt, um ein von Athena entwickeltes Construction-Kit, d.h. um ein Spiel das es euch ohne komplizierte Programmierarbeit erlaubt, mittels eines Editors völlig eigene Shoot'em Up-Games zu "entwickeln". Also im Prinzip das gleiche wie der (etwas bekanntere) RPG-Maker, nur eben für das Shoot'em Up-Genre!!

biometalj190png_thumbWir befinden uns im Jahre 232 des galaktischen Jahrhunderts. Der Krieg, der einst die Milchstraße teilte, hat ein Ende gefunden. Jedoch wurden während den Schlachten fast alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, sodass dringend neue Quellen erschlossen werden mussten. Demzufolge schickte der galaktische Rat eine Flotte zur Erkundung auf den Planeten "Up457", da man auf diesem neue Rohstoffe vermutete. Dort angekommen, wurde die Flotte allerdings von einer seltsamen Cyborg-Kreatur angegriffen und vernichtet. Der galaktische Rat analysiert daraufhin die zuletzt gesendeten Daten der Flotte und begreift: auf „Up457“ vermehren sich diese als "BioMetal" bezeichneten Cyborg-Viecher derart schnell, dass sie binnen 32 Stunden die gesamte Milchstraße in ihren Besitz könnten. Leider befindet sich im Umkreis des Planeten bloß ein einziges Schiff, die "MF-92GX Halbard". Diese testet gerade völlig neuartige Waffensysteme, wird aber vom galaktischen Rat direkt für die Vernichtung der BioMetals abkommandiert. Natürlich macht sich die Halbard sofort auf um das ganze Universum zu retten! Im Alleingang. Versteht sich ja von selbst.

biometalj099png_thumbHat man alle Spieleinstellungen getroffen, geht es auch gleich los. Es gilt, insgesamt 6 Levels zu durchqueren und in klassischer Shooter-Manier auf Unmengen von Monsterscharen zu ballern, was das Zeug hält. Um den Aliens ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen, kann man neben der Standard-Laserkanone weitere zur Verfügung stehende Waffensysteme upgraden. Dies erfolgt durch das Zerstören sporadisch auftauchender Pods, welche Power-Ups freigeben. Allerdings sollte man diese nicht willkürlich einsammeln, denn die Power Ups gibt es in unterschiedlichen Farbvarianten. So könnten sich bei unkontrolliertem Einsammeln einige Geschosse gegenseitig ablösen (z.B. eine auf Stufe 4 aufgemotzte Railgun wird durch einen dürftige Laserkanone der Stufe 1 ersetzt). Ein guter Überblick und taktisches Handeln sind somit notwendig, wenn man seine Angriffskraft erhöhen möchte. Gleiches gilt für die Raketen, die sich ebenfalls an Bord befinden. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Varianten und auch sie lassen sich mit Hilfe der Power-Ups verbessern. So bleibt es schließlich einem selbst überlassen, wie man die Waffensysteme miteinander verknüpft.

biometalj030png_thumbAls sehr innovativ erweist sichl das so genannte G.A.M. - eine Art „lebendiges Schild“. Beim Aktivieren des Schildes umkreisen vier blaue Kugeln das Raumschiff, welche vor feindlichen Schüssen und Kamikazegleitern schützen. Jedoch gewährleistet das G.A.M. keinen Schutz bei einem Zusammenstoß mit robusten Wänden, starken Laserangriffen oder den fiesen Endbossen. Des weiteren kann man das Schild als Geschoss verwenden. Allerdings ist dieser Spaß begrenzt durch einen Energiebalken am unteren Bildschirmrand. Ist dieser nämlich aufgebraucht, so verschwindet auch das Schutzschild - deshalb sollte man es nur in Notsituationen verwenden. Leichter gesagt als getan, denn BioMetal stellt schon recht früh ein ziemliche Herausforderung dar. Von überall wird auf einen geschossen und die Gegner wurden dermaßen ungünstig platziert, dass man stets größte Probleme hat, alle (oder genügend von ihnen) zu erwischen. Als wäre das nicht genug, tauchen sie auch noch urplötzlich hinter dem Raumschiff auf, was das Überleben weiter erschwert. Dazu kommen noch Nettigkeiten wie riesige, sich bewegende Wände und natürlich die absolut oberfiesen Endbosse.

biometalj000png_thumbGrafisch ist BioMetal recht zwiespältig, wobei die positiven Aspekte überwiegen. So ist nicht nur das Raumschiff relativ stylish, auch die einzelnen Waffenextras können sich sehen lassen. Die Explosionen sind üppig und lassen das Spiel dabei nicht in die Knie gehen - allerdings leidet BioMetal unter Flackern, wenn sich allzu viele Sprites auf dem Screen tummeln. Beim Gegnerdesign gab man sich zwar Mühe, jedoch gibt es nicht besonders viele verschiedene Gegnertypen. Auch beim Leveldesign wäre mehr Kreativität wünschenswert gewesen. Manche Hintergründe wirken hingeklatscht, im ersten Level gibt's nichts als Wolken. Was weitaus schlimmer ist, ist das Scrollen der parallelen Grafiklayer. So sind im Hintergrund einige Stellen grafisch so unübersichtlich gestaltet, dass man teilweise herankommende Schüsse gar nicht erkennt. Soundtechnisch ist BioMetal aber eine Klasse für sich. So gaben beispielsweise die Künstler von „2 Unlimited“ ihre Musiklizenzen für BioMetal her und schon im Titelbildschirm wird man mit dem Song „Get ready for this“ empfangen. Allerdings ist es natürlich Geschmackssache, ob man beim Weltraumballern auf wilden Euro-Dance steht.

Fazit des Autors - RuneDas Experiment „BioMetal“ scheint aufgegangen zu sein. Extrawaffen und Power-Ups werden zu Genüge geboten und sowohl Grafik als auch Sound können alles in allem irgendwie überzeugen. Der happige Schwierigkeitsgrad und die teilweise etwas schlicht gestaltete Levels setzen dem Spielspaß aber ein wenig zu - vor allem Neulinge wird das Spiel sehr schnell frustrieren. Wer sich für Shoot’em Ups interessiert, für den kann BioMetal ein durchaus interessanter Titel sein. Alle anderen können hineinschnuppern, sollten aber nicht den absoluten Genrekönig erwarten.

Zu BioMetal könnt Ihr in unserem Forum mitdiskutieren!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. August 2011 um 18:00 Uhr