Das SNES zeichnet sich unter anderen durch eine große Anzahl von Shoot Em Ups aus, die zumeist einen immens hohen Schwierigkeitsgrad haben. Die Hardcoregamer freuts natürlich, aber Gelegenheitsspieler schmeissen irgendwann nach dem zehnten Levelneustart gefrustet das Pad in die Ecke. Auch bei Titeln mit 2-Spieler-Modus will wegen dem hohen Schwierigkeitsgrad meist kein echter Spaß aufkommen. Wer sich von diesen Sätzen angesprochen fühlt, aber das Genre trotzdem interessant findet, dem kann ich besten Gewissens Pop'n'Twinbee von Konami ans Herz legen. Denn selbst wer Parodius stellenweise noch zu hart findet, wird trotzdem die niedrigeren Schwierigkeitsstufen von diesem Spiel noch knacken können.
Die Story von Pop'n'Twinbee ist schnell erzählt: Twinbee und Winbee befinden sich auf einer Wachstreife, als plötzlich feindlich gesinnte Flieger auftauchen und ein ziviles Flugzeug angreifen. Die beiden eilen zur Hilfe und befreien das Mädchen Madoka. Ihr Vater ist Wissenschaftler und durch einen Stoß am Kopf verrückt geworden. Jetzt hat er vor, die Insel der Twinbees anzugreifen. Twinbee und Winbee werden das natürlich nicht ohne weiteres zulassen! So weit, so simpel. Naja, was solls, die meisten Shoot Em Ups haben gar keine Story…
Die Spielansicht erfolgt horizontal und erlaubt euch einen Blick auf das Schlachtfeld. Man kann hier im Groben zwischen zwei Gegnerarten unterscheiden, die man nur mit bestimmten Waffen angreifen kann – Gegner in der Luft oder am Boden. Wirft man Granaten, so trifft man relativ zielsuchend Gegner am Boden und feuert man die üblichen Schüsse ab, so werden fliegende Gegner bedient. Der auf wenige Anwendungen begrenzte Twinbeeschwarm tötet für eine kurze Zeit so ziemlich alles auf dem Screen. Ein vierter Move von Twinbee wäre noch der aufladbare Faustschlag, der durch seine geringe Reichweite leider nicht besonders nützlich ist. Einige Gegner lassen sich aber nur mit ihm bezwingen. Aber keine Sorge, dabei handelt es sich nur um eine Handvoll aus der großen Menge verschiedener Gegnerarten, die das Spiel bietet.
Die Power Ups von Pop'n'Twinbee sind Glocken, die bei Beschuss ihre Farbe ändern und je nach Färbung verschiedene Vorteile bewirken (z.B. Mini Twinbees, Waffenupgrades, einen Schild oder einfach nur Punkte). Da manchmal ganze Schaaren von Power Ups auftreten und man durch die Gegner nicht viel Zeit zum selektieren der richtigen Farbe hat, wird das Ganze leider oft zur chaotischen Glückssache. Wird Twinbee getroffen, so stirbt man nicht etwa sofort, sondern verliert etwas von seiner Lebensleiste und kann sie mit Herzboni auch wieder auffüllen. Mini Twinbees gehen leider auch verloren.
Der Zweispieler-Modus ist sehr gut gelungen. Es gibt mehrere Spielstellen, an denen es durchaus sinnvoll ist, zu kooperieren und es wird selten zu unübersichtlich. Man kann sich z.B. gegenseitig als Wurfgeschoss verwenden oder dem Mitspieler die Lebenspunkte auffüllen. Zudem ist das Spiel sehr leicht zugänglich und macht zu zweit einfach noch einen ganzen Tick mehr Spaß. Und das Beste: Man spielt kooperierend und nicht abwechselnd!
Technisch hat das Shoot'em Up definitiv auch nichts falsch gemacht. Die Grafik ist sehr bunt und detailreich gehalten. Animationen sind flüssig und die Level schön und abwechslungsreich. Der japanische Grafikstil ist in diesem Genre übrigens recht Eigen, passt bei Twinbee jedoch wie die Faust aufs Auge. Die Musik von Twinbee ist dem Setting gut angepasst, kann aber leider insgesamt nicht an so manche echte Ohrwürmer des SNES heranreichen.
Der Spielumfang ist leider etwas kurz gehalten. Mit gerade mal 7 Level mit je bis zu zwei Endgegnern hätte es definitiv länger sein können. Dieser Aspekt macht aus dem Spiel allerdings ein hervorragendes Highscore Game, das man locker innerhalb einer Stunde durchspielen kann und immer wieder gerne herauskramt. Der Wiederspielwert ist, auch wegen dem klasse Coop- Modus, sehr hoch! Wem der Schwierigkeitsgrad zu mau ist, kann ihn bis auf die wirklich harte Stufe 7 hochschrauben. So kommen selbst Liebhaber von schweren Titeln wie R- Type auf ihre Kosten.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. April 2010 um 12:26 Uhr