Treasure Hunter G Drucken E-Mail
Geschrieben von: Chrono Moogle   
Montag, den 17. Mai 2010 um 17:57 Uhr
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Screenshot Treasure Hunter G von Squaresoft ist ein Rollenspiel mit taktischem Kampfsystem, das der vielzitierten goldenen RPG-Ära des Super Famicom entsprungen ist und somit leider nie in Europa und Amerika released wurde.

Die zwei Hauptcharaktere Red G und Blue G wollen ihren Vater Brown G in einer Höhle bei der Schatzsuche besuchen, jedoch stürzt diese ein und der Vater kann nur noch mithilfe eines Luftschiffes durch die Felswand brechen und fliehen. Anschließend bleibt er verschollen. Die beiden machen sich mit ihren Gefährten Rosi und Ponga auf die gefährliche Suche nach ihm und sacken noch nebenbei so einige wertvolle Artefakte ein.

Am Anfang von Treasure Hunter G wird der Spieler sanft an das untypische Kampfsystem heranngeführt, um nach und nach alle Kniffe zu erlernen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich in einer angenehmen Lernkurve, so dass man gegen Ende des Spiels wirklich gut vorausdenken sollte, Frustmomente aber ausbleiben. Die Gegner sind stets sichtbar und man kann vielen Kämpfen auch ausweichen, ihr Repertoire reicht von Blobs über Zombies bis hin zu mutierten Teddybären.

Jede Aktion innerhalb eines Kampfes verbraucht etwas vom Aktionsbalken. Sie kosten die Charaktere auf speziell verfärbten Feldern mehr. Ist ein Balken leer, so ist der nächste Charakter oder das nächste Monster an der Reihe. Das Spiel erinnert trotz des Taktikaufbaus im Kampfsystem allerdings stark an ein Action-Adventure. So wird der handelnde Charakter direkt vom Steuerkreuz und Schultertasten bewegt und führt auf Tastendruck einen Angriff mit seiner Waffe aus. Lediglich Items und Fähigkeiten benötigen ein rollenspieltypisches Menü, beziehen aber trotzdem die Umgebung und Blickrichtung des Charakters mit ein. Um zum Beispiel Items auf andere Charaktere zu benutzen, muss man sie ihnen über das Terrain zuwerfen.

Screenshot Screenshot Erfahrungspunkte werden nach jedem Angriff vergeben und nochmal am Ende eines Kampfes. Zusätzlich wird die Hälfte aller Schadenspunkte wieder regeneriert, wodurch sich der Schwierigkeitsgrad stets im Machbaren hält. Items, die von Gegnern gedroppt wurden, können direkt im selben Kampf noch aufgehoben und verwendet werden. Abseits des Kampfsystems bewegt ihr euch wie in fast jedem anderen Super Nintendo RPG auch frei durch die Umgebung und über die grafisch aufwendigen Mode 7-Weltkarte, sucht nach Schätzen oder redet mit Personen.

Der Aufbau der Dungeons bleibt verhältnismäßig simpel. Sie sind meistens eher kurz aber knackig gehalten und mit einem gelungenen Endboss, einigen Rätseln und vielen Schätzen gespickt, welche die des Japanischen nicht mächtigen Spieler zum Glück anschließend auf Wert und Stärke beim Händler überprüfen lassen können. Die Städte sind ebenfalls sehr gut gestaltet und bieten viele typische Einrichtungen eines Rollenspiels, um euch das Schatzjägerleben zu erleichtern. Von einer Pyramidenoase bis hin zum verschneiten Dorf ist hier auch für viel Abwechslung gesorgt. Das Spiel besteht aus vier Hauptinseln, an dessen Ende oder Übergang jeweils immer ein extra fetter Boss wartet.

Treasure Hunter G verblüfft vor allem mit seiner auf dem Super Nintendo klar herausstechenden Grafik: gerenderte Monster, Attacken, Charaktere und teils sogar Umgebungen erfreuen das Auge des Spielers (vergleichbar mit der Grafik von Donkey Kong Country) und geniale Grafikeffekte wie eine runde Weltkarte, umstürzende Wellen oder ein in sich zerfallender Drachenzombie sprechen für sich. Die Umgebungsgrafik ist detailverliebt und schön, als einziges wollen mir allerdings die im Spiel typischen Wälder, welche etwas an Felssteppen erinnern, nicht gefallen. Der Soundtrack ist auf einer Welle mit Titeln wie Chrono Trigger und Terranigma und gehört mit zu den schönsten OSTs auf dem SNES.

Fazit des Autors - chronomoogle Das Spiel besitzt mit etwas über 20 Spielstunden einen leider etwas kleinen Umfang - dafür ist der Wiederspielwert relativ groß und das grafische Erlebnis enorm. Treasure Hunter G zeigt wirklich, was auf dem SNES alles möglich ist. Es bleibt trotz japanischer Sprache durchweg motivierend und fesselt einen wirklich bis zum letzten Gegner. Die Story bleibt trotz der japanischen Sprache gerade noch nachvollziehbar. Wer die Sprachbarriere nicht scheut, die ich als mittelmässig einstufen würde, bekommt mit diesem Spiel wirklich ein Rollenspiel vom Allerfeinsten vorgelegt! Treasure Hunter G ist ein kurzweiliges RPG mit hohem Spiel- und Unterhaltungswert, das grafisch auf dem SNES in der obersten Liga spielt.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 02. Juli 2010 um 12:39 Uhr