| Battletoads in Battlemaniacs |
|
|
| Geschrieben von: Jaffar Sholva |
| Dienstag, den 02. Februar 2010 um 00:00 Uhr |
![]() Ein Spieletester sollte der deutschen Sprache mächtig sein, Videospiele lieben und Vergleiche zu anderen Games ziehen können, sprich ein umfangreiches Wissen über die Videospielegeschichte und -branche besitzen. Vor allem aber sollte er den Spielspass eines Games in Wort und Schrift wiedergeben können. Er muss den Leser überzeugen bzw. warnen können. Und er sollte keine Spiele bewerten, die er nicht durchgespielt hat. Das zumindest in der Theorie. Was also, wenn zum Beispiel der letzte Punkt schlicht nicht zu realisieren ist? Dieser Frage musste ich mich bei Battletoads in Battlemaniacs stellen. Ich will euch ein Game näherbringen, das seinesgleichen sucht. Ich wollte kein Super Mario World, kein Super Mario Kart, kein Secret of Mana, kein Lufia oder wie all die Spieleperlen heissen, testen. Es sollte kein Standart-Schmuckstück sein. Um was geht es in Battletoads in Battlemaniacs eigentlich? Rash und Pimple machen sich auf die Socken, um Zitz aus den Klauen einer böse Prinzessin zu befreien. Die Story ist also überaus einfallslos - das Gameplay allerdings keineswegs. Wie spielt es sich also? Das ist gar nicht so einfach festzulegen. Fängt man an, denkt man, sich an ein klassisches Beat'em Up im Stile von Final Fight, Turtles in Time und dergleichen zu machen. Eine Stage weiter denkt man, okay, das ist ein sehr sonderbares Beat'em Up, bei dem man sich nicht nur von links nach rechts, sondern auch von oben nach unten durchprügelt und dabei noch diverse Hindernisse überwinden muss. Spätestens ab Level drei ist einem klar, dass man Battletoads in Battlemaniacs keinem Genre zuordnen kann. Ab hier mutiert das Spiel zu einem Reaktionstest sondergleichen. Wer die Stage nicht auswendig lernt, hat keine Chance, zu bestehen. Mit anderen Worten: es wird so schwer, dass der Gebrauch des Wortes 'unfair' nicht unangemessen ist. Erst in den letzten beiden Stages (fünf und sechs), kann wieder von einem normalschweren, aber keineswegs 'normalem' Game gesprochen werden. Den Mix aus Rennspiel, Reaktionstest, Auswendiglernen, Hüpfen und schlussendlich auch wieder Prügeln findet man so nur im Vorgänger auf dem NES. Das Spielprinzip wechselt von Level zu Level und ist ohne zu spoilern gar nicht genau zu erklären. Ihr denkt euch jetzt sicherlich, warum man sich ein unfaires und derart kurioses Spiel überhaupt antun sollte. Diese Frage ist durchaus berechtigt. Schon etliche Zocker haben ab Level drei, allerspätestens aber ab Level vier frustriert das Pad in die Ecke geschmissen. Auch Stage fünf hat es in sich, ist mit einem reaktionsfähigen Steuerkreuz allerdings wieder einfacher zu bewältigen. Nichtsdestotrotz bleibt Battletoads in Battlemaniacs wohl eines der schwersten Spiele überhaupt. Trotzdem ist es motivierend. Pfiffige Soundtracks, ja gar geniale Musikstücke treiben einen durch die Levels, so schwer sie auch sein mögen. Kommt das Auge mal zur Ruh, kann es sich einer kunterbunten und schönen Grafik ergötzen, die vor allem im ersten Level zur Geltung kommt. Hier dürfen sich Zocker, die schon immer mal als muskelbepackter Riesenfrosch mutierte Schweine und Skelette verprügeln wollten, so richtig austoben. Immerhin habt ihr zum Ziel, Euren Freund Zitz aus den Fängen der Dark Queen zu befreien. Wer Fliegen, Ratten und Drachen den Garaus machen möchte, darf gerne noch in Level zwei hineinschauen. Doch ab Level drei liegt die Motivation nicht mehr darin, sich durch Gegnermassen zu prügeln, sondern im langsamen, aber befriedigenden Vorankommen. Wer sich richtig mit dem Spiel befasst, kommt immerzu Stück für Stück voran. Man gibt sein Bestes, um einen weiteren kleinen Abschnitt einer Stage sehen zu können. Sind alle Continues verbraucht und der Ärger am Pad, der Konsole oder der Mutter ausgelebt, steckt man das Modul gerne wieder in den Schacht des Super Nintendo und beginnt von vorne. Der Beat'em Up Teil macht immer wieder aufs Neue Spass und die Musik in Stage eins ist schlicht genial. Doch auch die weiteren Stages überzeugen durch ihre Spielmechanik, die von Level zu Level anders ausfällt und somit abwechslungsreicher nicht sein könnte. Der Clou besteht jeweils darin, diese Mechanik so schnell wie möglich zu erlernen. Gelingt dieses Kunststück, kommt man immer besser voran, möchte mehr sehen und schlussendlich das Level schaffen, um sich der nächsten Aufgabe, dem Erlernen einer weiteren Spielmechanik in einem weiteren Level, stellen zu können. Der geringe Umfang von nur sechs Stages ist hier nicht zu tadeln, sondern dient als weiterer Motivationsfaktor. Wer eine Engelsgeduld besitzt und sich fest vornimmt, das Spiel durchzuzocken, kann es tatsächlich schaffen. Nicht nur, dass ihr dann einer von wohl ganz wenigen seid, die das geschafft haben, ihr werdet neben den vielen Frustmomenten, die es nicht zu verleugnen gibt, auch jede Menge Spass gehabt haben. |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Februar 2010 um 15:03 Uhr |






