Batman Returns Drucken E-Mail

Geschrieben von: part one   
Dienstag, den 02. Februar 2010 um 00:00 Uhr

bewertungskasten_batman_returns_ohne_SternEs gibt wenig gute Spiele, die sich an die Filmvorlage halten. Meistens wurde das ganze Geld in den Kauf der Lizenz und nicht in sorgfältige und liebevolle Programmierung investiert. Dass Konami eine solch bemerkenswerte Ausnahme in Sachen Lizenzversoftung in den frühen Jahren von Nintendos 16-Bitter präsentierte, ist deshalb umso erstaunlicher.

Screenshot Spielerisch serviert man euch ein klassisches Sidescroll-Prügelspiel nach bester Final Fight-Manier. Allerdings bekommt der Interessierte hier kein 08/15-Lizenzprügelspiel, sondern eine mehr als positive Überraschung aufgetischt. Eins der bemerkenswertesten Merkmale dieses Spiels ist, dass es die gesamte Atmosphäre des Films grandios widerspiegelt. Die originalgetreue Farbgebung (düstere Strassen von Gotham im Kontrast zu knallbunten Pastellfarben beim Auftritt von Penguins Clown-Gang), das extrem durchgestylte Setting und der spektakulär komponierte Soundtrack wurden komplett ins Spiel gepackt. Jedes Detail, alle Hintergründe wurden unglaublich originalgetreu dargestellt. Als Beispiel sei der Gotham-Square mit seinen markanten Riesenstatuen erwähnt. Jeder Gegner, den man im Spiel antrifft, hatte mindestens einen kurzen Auftritt im Film.

Screenshot Damit aber längst nicht genug. Das Gameplay ist hervorragend gelungen. Batman zaubert eine Vielfalt von Moves aus einem reichhaltigen Repertoire auf den Bildschirm. Die Action ist absolut geil inszeniert und vermittelt ein tadelloses Superhero-Feeling. Batman puncht und kickt, setzt seinen Batarang ein, verteilt Headbutts und zerstört sogar gelegentlich die Kulisse, indem er lästige Gegner dagegenschmeisst. Die Vielfalt der Moves kann sich nicht nur gegenüber bekannteren Beat'em'Ups fürs SNES sehen lassen, sondern überragt viele Konkurrenten mit links. Die Kombination der verschiedenen Moves birgt zusätzliche Spieltiefe. Für Abwechslung sorgt der Ausflug mit dem Batmobil. In F-Zero Manier cruist ihr durch Gothams Strassen und ballert lästige Clowns auf Motorrädern von der Strasse. Auch hier ist die Aufmachung absolut im Akkord mit der Atmosphäre, welche sich immer dichter bis zum Finale aufbaut.

Screenshot Wie oben erwähnt, ist der Sound astrein aus Tim Burtons Meisterwerk ins Modul portiert worden. Ein orchestraler Soundtrack sorgte besonders in der jungen Zeit des SNES für Erholung bei strapazierten Ohren, die sich bisher nur das Piepsen von 8-Bit Konsolen oder das Rauschen vom Megadrive-Sound gewohnt waren. Die Soundeffekte sind knackig und glasklar und unterstützen die Action tadellos. Auch grafisch gibt es nichts zu meckern: angenehm grosse Sprites, originalgetreue Farbgebung, vielfältige Animationen und raffinierte Effekte erfüllen optische Ansprüche.

Natürlich weist das Spiel auch Schwachpunkte auf. Beispielsweise die Fights mit Catwoman und dem Pinguin; diese ohne Lebensverlust zu überstehen, ist schier unmöglich. Man kann nach fleissigem Üben natürlich das Angriffsmuster erkennen und danach bedingt taktieren, jedoch sind bestimmte Attacken leider unausweichlich und somit kann nur das Blocken einigermassen helfen. Des Weiteren sind die Abstufungen zwischen den einzelnen Schwierigkeitsgraden nicht allzu gut ausbalanciert. Dass es keinen 2-Spieler Modus gibt, mag manch einer kritisieren, ich jedoch finde es ganz passend, denn Tim Burtons Version von Batman (mit der ich sympathisiere) ist halt nun mal ein Einzelgänger und hat keinen homoerotischen Sidekick. Mit 6 Stages ist das Spiel für manchen zu kurz, ist für mich aber nicht negativ, denn das fördert die Lust auf einen spontanen Prügelsnack für zwischendurch und erhöht somit den Wiederspielwert.

Fazit des Autors - part one Jeder, der auch nur ein schwaches Faible für den dunklen Rächer aufbringen kann, sollte Batman Returns anspielen, für Fans von Tim Burtons Film ist es sogar absolute Pflicht!

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. November 2010 um 20:04 Uhr