Die Zombies sind wieder los. Und ein Haufen anderes Gesocks auch. Diesmal in Ghoul Patrol, denn so lautet der Nachfolger des von LucasArts entwickelten „Zombies ate my Neighbours“. Gespickt mit neuen Ideen, aufgepeppter neuer Grafik und anderen kleineren Veränderung wird nun versucht dem Vorgänger das Wasser zu reichen. Aber ob das alles ausreichen mag? Zombies ate my Neighbours ist ein bis heute hochgefeiertes Spiel, welches nachwievor viele Fans hat und die Messlatte für einen Nachfolger daher sehr hoch anlegt. Mal sehen..
Dass Teenager gerne einmal kuriose Dinge ausprobieren ist ja nichts Neues, und dass sie auch mal Mist bauen ebenfalls nicht. So ist es für mich nicht verwunderlich, dass zwei Jungendliche (namentlich Zeke und Julie) mit einem alten Zauberbuch, welches von Dämonen, Geistern und anderen Schauergestalten handelt, Unsinn treiben. „It is ghosts and demons time“… ein Spruch mit verherenden Folgen; sagt man ihn rückwärts so öffnet er eine Pforte, durch die ein ungehaltener Dämonenfürst mitsamt einer Horde von Monstern stapft.
Echt super! Gut gemacht! Blöde Teenies! Ihr habt uns diese untote Suppe eingebrockt, also löffelt Ihr sie gefälligst auch wieder aus !!! Wie gesagt so getan, also machen sich Zeke und Julie auf den Weg, den Kreaturen der Hölle Einhalt zu gebieten. Wen von den beiden man als Spielfigur auswählt ist eigentlich egal, denn Sie verfügen über exakt die gleichen Fähigkeiten und unterscheiden sich wirklich nur im Aussehen voneinander. Ihr Job ist natürlich primär, allerlei hilflose Leute vor den Scheusalen zu retten. Einfaches berühren genügt, wobei man sich beeilen sollte, denn sollte ein NPC Bekanntschaft mit einem Gegner machen (das Stichwort ist ebenfalls wieder "Berührung"), so bedeutet das Ende. Zum Glück machen die Opfer auf sich aufmerksam. In Form kleiner Sprechblasen weisen Sie einem die Richtung mit Worten wie „Save Me, „Help“, „This Way“. Auf gleiche Art und Weise findet man den Levelausgang („Exit“). Ihr seht, am grundlegenden Gameplay ändert sich bei Ghoul Patrol im Vergleich zu Zombies ate my Neighbours absolut nichts. Ein "Zombies 2.0" sozusagen. Das ist schon irgendwie okay, aber eine Erneuerung des Gameplays wäre trotzdem wünschenswert gewesen.
Um den Monstern auszuweichen kann man springen, rennen oder über den Boden driften. Aber auch ein schönes Waffenarsenal und nützliche Powerups sind sehr wertvoll, müssen aber erst gefunden werden. Ausgerüstet sind Zeke und Julie anfangs nur mit einer Armbrust, für die sie unendlich Munition besitzen. Um allerdings stärkere Gegner, gerade Endbosse, schneller und effektiver besiegen zu können, sollte man zu Alternativen greifen. Die A-Taste ermöglicht das Wechseln zwischen verschiedenen Waffen; neben der Armbrust gibt es alternativ eine Waffe mit Zielsuchfunktion, welche blaue Energiebälle schießt oder eine Kanone, die in hohem Bogen Kugeln feuert. Durch Drücken der Schultertasten kann man gesammelte Items auswählen. So gibt es neben Medi-Packs verschiedene Zaubertränke mit denen man sich u.a. unsichtbar machen oder in einen "Grim Reaper" verwandeln kann, um kleinere Ungeheuer mit nur einem Schlag den Garaus zu machen. Andere nützliche Gegenstände sind z.B. 1-Ups (Leben), gebratene Hähnchen für die Energieleiste oder diverse Schlüssel zum öffnen von Türen. Finden lässt sich derlei Zeug in den Levels eigentlich überall.
Die Gegnervielfalt ist wie bei Zombies enorm. In jeder Welt variieren die Gegner und nach jedem Abschnitt taucht auch ein entsprechend furchteinflössender Endgegner auf. Die Gegner werden dabei, wie auch die Level, mit der Zeit immer skuriler. Wir beginnen das Spiel in einer Bücherei, genau an jenem Ort, an welchem unsere Teenager die Zauberformel rückwärts gelesen und so das Tor in die Hölle geöffnet haben. Fliegenden Büchern, verrücktspielenden Kopiergeräten, riesigen Schnecken und so manch anderes Ungetüm blockieren uns den Durchgang zu unserem Opa, der darauf wartet, gerettet zu werden. Hat man diesen schließlich erreicht und ist durch das Portal ins nächste Level gegangen, wird es schon etwas exotischer. Plötzlich begegnet man Skelett-Samuraien und so ziehen sich die Gegnerkuriositäten wie ein roter Faden durchs Spiel. Man fährt im wahrsten Sinne des Wortes in Richtung Hölle. Es heißt nun Augen zu und durch. Glücklicherweise bekommt man nach jeder Welt ein vierstelliges Passwort. Leider gibt es keine Continues, sodass es schonmal vorkommt, dass man durch Eingabe des Passwortes nochmal zwei Level zurückgeworfen wird.
Wenn sich denn im Vergleich mit dem Vorgänger so wenig geändert hat, wurde dann wenigstens die Technik etwas aufpoliert?? Grafisch gesehen hat sich im Gegensatz zum Vorgänger einiges getan, das wird niemand bestreiten können. Zu bedauern ist die Tatsache, dass das Spiel einfach nicht mehr so humorvoll wirkt wie in Zombies ate my neighbours. Menschen und Monster sind zwar nett animiert worden, dennoch wirkt alles etwas zu ernsthaft. Gegner wie die Kettensägenpsychos mit ihren Hockeymasken, mordende Puppen und Riesenameisen waren seinerzeit einfach lustige B-Movie-Parodien die einen Großteil zur Atmosphäre von Zombies beigetragen haben. All das fehlt hier plötzlich. Soundtechnisch kann man zwar ebenfalls nichts so wirklich bemängeln; Hitergrundmelodien passen zur jeweiligen Umgebung (wie in etwa bedrohliche klänge in einem Verlies und gerade die Ausrufe unserer zwei Protagonisten beim Stürzen oder Verletzten), aber die meisten Stücke und Soundeffekte sind eben einfach aus Zombies ate my Neighbours übernommen worden. Da hätte vielleicht ein bisschen weniger Faulheit und ein wenig mehr Neues gut getan.
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. August 2011 um 18:00 Uhr