Wir schreiben das Jahr 1994: Der ehemalige Publisher Virgin Interactive (jetzt Titus Interactive) versucht mit Cool Spot, das schon überbesetzte Jump'n'Run Genre auf dem SNES zu bereichern. Der Held dieses Spiels ist kein geringerer als Spot, das Markenlogo des zuckerhaltigen Getränks 7 Up.
Seit längerer Zeit versucht der Bösewicht Wily Will die Spots gefangen zu nehmen, um der Welt zu beweisen, dass sie existieren. Im Wahn hat der Bösewicht in der Gegend, wo die Spots abhängen, Fallen aufgestellt. Diese lassen sich nur allzu leicht locken und werden gefangen genommen. Ziel ist es nun, alle Spots zu befreien, bevor Wily zurückkehrt und die Käfige leert, um die Kollegen für immer gefangen zu halten.
Ingesamt gilt es elf relativ große Level zu meistern. Begonnen wird mit dem Level der Coolness, bei dem ihr am Strand euer Unwesen treibt und größtenteils Schnecken und Krebse zur Strecke bringen müsst. Die Level sind gut durchdacht und es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Gegner zu bewältigen. Spot verfügt über ein Jojo, das Kugeln verschießen kann und auch eure einzige Waffe ist. Es kann in jede erdenkbare Richtung geschossen werden und man hat unbegrenzt Munition.
Gespielt wird in alter Hüpf- und Schieß-Manier, wobei man bemängeln muss, dass die Steuerung etwas ungenau ist, weil man unter anderem beim Sprung merkwürdig lange in der Luft bleibt. Ein anderer zu bemängelnder Punkt ist der Schwierigkeitsgrad, denn es gibt einige unfaire Stellen, wie man spätestens im Stechmückenlevel feststellen kann. Die Gegner verstecken sich teilweise und sind geschickt platziert, machen euch also das virtuelle Leben äusserst schwer. Gebraucht wird wie bei vielen SNES Spielen nur das Steuerkreuz sowie die Y und B Taste.
Bevor man einen Spot am Ende des Levels befreien kann, muss man erst 50 “Spot Punkte” einsammeln, um die Käfige, die am Ende des Levels überall verteilt sind, aufschießen zu können. Sowohl die Punkte wie auch die Käfige sind gut versteckt. Man verbringt manchmal eine ganze Weile damit, die restlichen roten Pillen zu finden und rennt auch mal sinnlos von A nach B. Trotzdem ist es ein spaßiges Spiel, das von den Levelstrukturen viel Abwechslung bietet. Auch das Abschießen der Gegner ist witzig, auch wenn diese immer wieder frisch erscheinen.
Die Musik ist sehr gut gelungen und ist relativ abwechslungsreich. Es ist kein 08/15-Gedudel: Karibische Klänge am Strand oder Rummelplatzmusik in einem Kinderzimmer, alles in allem trägt die Musik zur Athmosphäre bei, auch wenn das Game ein paar kleine Patzer aufweist. Auch die Hintergrundgeräusche sind ganz nett, zum Beispiel wenn ihr getroffen werdet oder einen Gegner abschießt.
Die Grafik ist im Zeichentrickstil gehalten und ist ganz nett anzusehn. Verspielte schöne Hintergründe und witzige Animationen sind hier an der Tagesordnung. Wenn ihr eine Weile den Controller weglegt, könnt ihr zuschauen, wie Spot gegen die Scheibe klopft und mit einem piepsigen “Hey” euch auf das Spiel aufmerksam macht, oder lässig mit einem Bein und gehobenem Arm herumschlendert. Auch das Verschwinden der Gegner ist schön dargestellt.
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Juli 2010 um 14:22 Uhr