Ganbare Goemon 2 Drucken E-Mail

Geschrieben von: ChronoMoogle   
Montag, den 17. Mai 2010 um 17:17 Uhr

bewertungskasten_ganbare_goemon_2Ganbare Goemon 2 ist die offizielle Fortsetzung des auch in Europa relativ bekannten Mystical Ninja (Ganbare Goemon 1) von Konami. Während von der Goemon-Serie hierzulande gerade mal vier Titel auf verschiedenen Konsolen bekannt sind, reicht die Serie in Japan inzwischen vom NES bis zum Nintendo DS. Sehr schade eigentlich, denn alleine dieser Goemon Nachfolger auf dem SNES ist mehr als nur einen Blick wert.

ganbare_Goemon_01_thumbDie Story des Spieles ist genau wie der Rest ziemlich durchgeknallt. Japan wird von den gefährlichen Hasenninjas angegriffen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Kultur Japans mit westlichen Einflüssen zu verdrängen. Goemon und seine Gefährten lassen sich das natürlich nicht gefallen und ziehen mit ihrem Ninjaroboter gegen die seltsamen Schlappohren in den Krieg.

Die Spieloberfläche von Ganbare Goemon 2 erinnert zunächst stark an ein simples Jump’n’Run im Stil von Super Mario World. Man bewegt sich auf der Weltkarte auf einer vorbestimmten Route vorwärts, kann in alte Level zurückkehren und prügelt sich springend und laufend durch die Levels. Doch der anfängliche Schein trügt, das Game hat sehr viel mehr Abwechslung zu bieten. Spätestens sobald man in die Städte des Spieles kommt, wird man durch den ein oder anderen Adventurepart überrascht. Hier findet man auch Minispiele und Shops, in denen man sein Geld für Ausrüstungsgegenstände und Items eintauschen kann. Wer des Japanischen mächtig ist, kann sich außerdem ein wenig mit den Stadtbewohnern und den immer wieder eingestreuten Konami-Charakteren aus anderen Spielen unterhalten. Man wird im zweiten Teil der SNES Serie übrigens endlich nicht mehr von Dorfbewohnern attackiert, was ich persönlich beim ersten Teil als sehr negativ aufgefasst habe. Allerdings bietet sich die Möglichkeit, Schlägereien mit der Bevölkerung anzuzetteln, was manchmal eine spaßige Sache sein kann, aber keinen spielerischen Sinn enthält.

Die drei spielbaren Charaktere sind der Hauptcharakter Goemon, sein dicker Kumpel Ebisumaru und der neue Ninja Sasuke. Sie unterscheiden sich in Grundzügen wie Schnelligkeit und Waffenstärke. Leider bemerkt man während des Spielens schnell, dass der langsame und dafür starke Ebisumaru für das Spielkonzept nicht besonders gut geeignet ist. Das Spiel wirkt in Sachen Charaktere somit etwas unbalanciert, was meiner Meinung nach aber auch der einzigen Schwachpunkt dieses Titels ist und auch nur im 2- Spielermodus problematisch werden kann. Goemon und Ebisumaru kämpfen mit der Primärwaffe wie gehabt im Nahkampf, während Sasuke mit Wurfmessern schmeißt. Die Sekundärwaffe ist bei den beiden alten Charakteren ebenfalls gleich geblieben, sie verwenden Wurfgeschosse - Sasuke wiederum besitzt explodierende Bomben. Theoretisch kann man das Spiel mit jedem Charakter schaffen, was dem Spiel eine ordentliche Portion Wiederspielwert gibt.

ganbare_goemon_02_thumbWährend die Primärwaffe unbegrenzt eingesetzt werden kann, verbraucht die Sekundärwaffe pro Anwendung ein wenig Erspartes, das von Gegnern zurückgelassen wird. Die Primärwaffe lässt sich mit Boni von Gegnern bis zu zwei Stufen aufleveln, durch generische Treffer werden die Waffen allerdings wieder um eine Stufe vermindert. Die spielerisch relativ unnötigen Power Moves aus dem Vorgänger fallen in Teil 2 weg. Dafür ist es dem Spieler möglich, Gefährte von Gegnern zu stehlen, um sich zum Beispiel mit einem steuerbarer Sumoroboter durch das Level zu schlagen. Durch die neuen Vehikel erhalten die Charaktere neue Fertigkeiten und Attacken wie etwa Schwimmen oder Faustschläge austeilen.

Die Level sind sehr abwechslungsreich gestaltet und haben viele verschiedene Gegnerarten zu bieten. In einigen Fällen gibt es sogar, ähnlich wie bei Super Mario World, einen zweiten Levelausgang, der den Weg zu einem geheimen Level öffnet oder unterschiedliche Routen, die man wählen kann. Eine besondere Levelart sind hierbei die Zerstörungsabschnitte. Ihr rast in dem neuen Ninja Roboter durch ein Level und verwüstet so viel von der Umgebung und den Gegnern wie möglich. Je nachdem wie erfolgreich ihr wart, desto bessere Startvoraussetzungen habt ihr in der nächsten Levelart, dem Roboterkampf. Am Ende jeden Spielabschnittes erwartet einen nämlich ein Roboter der Hasenarmee, den es zu besiegen gilt. Euer eigener Roboter kann Parieren, Schlagen und Schießen, aber natürlich haben eure Gegner meistens vielseitigere Fertigkeiten in der Hinterhand. Die richtige Taktik ist hier entscheident. Diese Roboterkämpfe sind das absolute Highlight im Spiel und bieten in meinen Augen einige der coolsten und fordernsten Bossfights auf dem SNES.

ganbare_goemon_03_thumbDie Grafik des Titels ist zwar nicht gerade unübertroffen, kann sich aber durch den eigenen Stil im quietschverrückten Japanolook durchaus sehen lassen. Die Animationen sind flüssig und das Spiel hat einige hübsche Effekte zu bieten. Der Sound ist insgesamt ebenfalls sehr japanisch und verrückt. Wenn man sich aber das Gesamtbild des Spieles ansieht, kann man nichts dagegen aussetzen, denn das ganze Game besitzt einfach diesen charmant-durchgeknallten Touch. Den Originalsoundtrack würde ich mir aber wahrscheinlich nicht ohne das Gesamtprodukt anhören wollen.

Bevor ihr das Spiel allerdings ausprobiert, empfehle ich euch Folgendes: Schnappt euch einen aufgeschlossenen Kumpel und spielt es zu zweit! Das Spiel besitzt die Möglichkeit, komplett im Koop Modus gespielt zu werden. Sich zu zweit über die dämlichen Cutscenes und anderen Spielinhalte totzulachen, maximiert den Spielgenuss. Da man zwar kooperiert, aber trotzdem auf die Items scharf ist, bleibt im Spiel jederzeit eine gesunde Konkurrenz bestehen und die Schadenfreude ist groß, wenn der Kollege im nächsten Abgrund baden geht. Das Absprechen und Teamwork in den Roboterkämpfen ist ohne Frage wirklich einzigartig auf dem Super Nintendo. Spielt den ersten Spieldurchlauf nicht alleine! Ihr werdet es nicht bereuen. Die Spielzeit reicht, um zwei gemütliche Zockerabende zu füllen. Der Schwierigkeitsgrad bleibt erträglich, denn das Spiel beginnt sehr einfach und fordert die Spieler gegen Ende, ohne dabei zu frusten.

Fazit des Autors - chronomoogleGanbare Goemon 2 übertrifft den Vorgänger Mystical Ninja in Sachen Spielspaß und Kuriosität bei Weitem. Extrem abwechslungsreiche Level, ein auf dem SNES wirklich überdurchschnittlicher Koop-Modus und das motivierende Gameplay machen den Titel zu einem ultimativen Geheimtip für Multiplayer- und Jump'n'Run-Fans!

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Juni 2011 um 21:38 Uhr